Westerfeld Geschichte

Seit über 50 Jahren hat die Evangelische Jugend von Malmsheim die Möglichkeit, auf einem eigenen Spielgelände im Westerfeld ihre Gruppenstunden abzuhalten und die Freizeit zu verbringen.

Am 17. Sept. 1931 wurde der obere Teil des heutigen Freizeitgeländes für die Jugendarbeit gekauft. Anlass dazu war eine Spende von 500,-- Mark, die dem damaligen CVJM in einem Testament zugedacht wurde. Da die Jugendgruppe zu jener Zeit kein eingetragener Verein war, schrieb man den Platz auf den Württ. Evang. Jungmännerbund e. V. in Stutttgart ein. Im darauf folgenden Jahr zimmerten die damaligen Vereinsmitglieder eine Hütte als Unterkunft, die sie einige Meter außerhalb des erworbenen Grundstücks errichteten.

Am 11. Juli 1941 wurde das Gelände infolge der Wirren des Dritten Reiches durch einen Schenkungsvertrag der Evangelischen Kirchengemeinde Malmsheim übertragen.

Im Zuge der Flurbereinigung der Jahre 1953 und 1954 bekam der obere Teil des Platzes (Flurstück 1911), der nun eine Größe von 2860 qm aufweist, seine heute gültigen Abmessungen.

Da die 1932 gebaute Hütte im Jahre 1941 verkauft wurde, erstellte man 1957 eine Vereinshütte, die vom damaligen CVJM - Vorstand, Karl Pfeffer, gespendet wurde. Herr Pfeffer erfüllte hiermit den langersehnten Wunsch der Jugend, wieder eine eigene Unterkunft zu besitzen.

Das Fundament dazu wurde von Mitgliedern des CVJM im Juni 1957 gemauert. Später musste die Vereinshütte versetzt werden, um dem gesetzlichen Abstand zum Nachbargrundstück gerecht zu werden. Kurz vor Weihnachten 1960 wurde der Innenraum der Unterkunft fertig gestellt.

Da das Gelände in Richtung Suden stark abfiel, reifte im Frühjahr u. Sommer 1961 der Entschluss nicht mehr länger, „Fußballspiel nuff gega na“ zu spielen. Das Gelände sollte mit Erde aufgefüllt werden. Da kam der Bau der Katholischen Kirche in Malmsheim gerade recht und somit wurde unser Fußballplatz mit katholischem Aushubmaterial aufgefüllt.

Im Herbst 1961 begann man mit der Anlegung des Sportplatzes. Der durch Lastwagen hergeführte Boden wurde so eingebracht, dass oben ein größerer Platz und durch eine Böschung nach unten abgestuft, ein kleinerer Platz entstand. Erdanfuhr, Herrichtung der Böschungen und Planieren der beiden Spielbereiche erfolgten im Jahre 1962.

1963 wurde der nach unten abgestufte kleinere Platz mit einer Makadamdecke versehen und zum Hartplatz für verschiedene Ballspiele ausgebaut und eingezäunt. Dazu waren von einigen Mitliedern spenden notwendig um diese Umzäunung zu finanzieren.

Die Bepflanzung der Böschungen mit Sträuchern und kleinen Bäumen sowie das Einsäen des Sportplatzes mit Rasen erfolgte im Jahre 1964.

 

Am 10. Oktober 1969 konnte durch Erwerb des benachbarten Grundstückes (Flurstück 190) mit einer Größe von 4310 qm, dessen Besitzer die bürgerliche Gemeinde war, das Gelände in Richtung Nordwesten wesentlich vergrößert werden. Aufgrund dieser Erweiterung beschloss der Kirchengemeinderat am 21. Juli 1970, einen Plan erstellen zulassen, der einen Ausbau zum Freizeitgelände für jung und Alt vorsah.

Im Laufe der nächsten Jahre erfolgte dann in vier Bauabschnitten die Herstellung der Freizeiteinrichtungen.

So wurden in den Sommermonaten des Jahres 1972 die Rohplanie für einen neuen Spiel- und Hartplatz einschließlich der Planie Feuerstellenplatzes ausgeführt und die Waldwege angelegt.

Von Juni bis September 1973 arbeiteten die Mitglieder des Kirchengemeinderats und der Jugendgruppen samstags an der arenaförmigen Sitzgelegenheit beim Feuerstellenplatz.

Von September bis November 1973 entstanden der Kinderspielplatz, die Wege und die Feuerstelle. Außerdem wurde das gesamte Gelände landschaftsgärtnerisch gestaltet.

Im Jahre 1974 kamen dann der Tischtennisplatz mit zwei Beton-tischplatten, der Kegelgalgen und der Schachplatz dazu.

In einem großen Bauabschnitt konnte in den Sommermonaten des Jahres 1975 der Ausbau des neuen Hartplatzes, der für die verschiedensten Ballspiele geeignet ist, in Angriff genommen werden. Er wurde dann im Herbst einschließlich der Umzäunung fertig gestellt.

Für die Benutzung des Hartplatzes arbeiteten einige Mitglieder der Jugendgruppen, der so genannte "Westerfeldausschuß", eine Ordnung aus, um den Platz für die Gruppenarbeit und zur Freizeitgestaltung wie z. B. Tennisspiel, Indiaca- und Volleyball-Turniere usw. zugänglich zu machen.

Im Jahre 1976 wurde der Kinderspielplatz durch eine Rutschbahn und eine Schaukel vervollständigt. Auf dem seitherigen Tennisfeld wurden Torplattenträger einbetoniert, dazu auf dem Asphaltbelag ein Basketballfeld aufgezeichnet.

Im gleichen Jahr wurde dann auch noch eine abschließende Bepflanzaktion durchgeführt, um das gesamte Gelände in einen harmonischen und natürlichen Zustand zu versetzen.

Nachdem nun 4 Jahre lang konstant Neues geschaffen wurde, musste man allen Mitarbeitern eine Verschnaufpause gönnen.

Die Erhaltungsarbeiten für Geräte, Bänke, Tische, Feuerstelle und Arena, waren in den Folgejahren auch immer eine große Belastung, zumal es doch immer nur wenige waren, die dabei tatkräftig mithalfen.

 

Trotzdem wurde im Jahr 1982, nachdem die Holzpalisaden schon ziemlich viele Zahnlücken aufwiesen, und die Böschung zwischen Bolzplatz und Basketballplatz in sehr schlechtem Zustand war, ein neuer Bauabschnitt durchgezogen. Treppen, Fahrradsteine, eine große Böschungssanierung und diverse Bepflanzungen konnten in diesem Jahr noch gemacht werden.

Im folgenden Jahr 1983 trat nun eine schon 6-jährige Vorplanungsphase für ein Holzblockhaus in ein konkreteres Stadium ein. Es wurde gedacht, geplant, gezeichnet - Pläne wurden wieder verworfen. Endlich, Mitte des Jahres, konnten sich dann alle Mitarbeiter einigen auf ein in Winkelform angelegtes Holzblockhaus.

Im Jahr 1984 sollte der Bau durchgezogen werden. Es mussten nun schnellstens Baupläne gezeichnet, bei verschiedenen Herstellern angefragt und eine genaue Finanzierung erstellt werden. Geplant war die Erstellung der Hütte in der Nähe der Arena auf dem Schachplatz.

Eine Bauvorahnfrage auf dem Bürgermeisteramt ergab einen ablehnenden Bescheid für diesen Standplatz, jedoch den Vorschlag zur Erstellung der Hütte am heutigen Platz.

Der Platz zwischen Basketballfeld und Tennisplatz, auf dem noch eine wüste Hecke wucherte, wurde schnell provisorisch ausgeflockt.

Nach die Finanzierung, die ja zusammen mit der Verwaltungsstelle des Oberkirchenrats ausgearbeitet werden musste und im Juni 1984 dann vom Oberkirchenrat genehmigt wurde, konnte dann das Bauprojekt mit Volldampf angegangen werden.

Allerdings musste sich ab jetzt das gesamte Freizeitgelände mit allem Ausgaben komplett selbst finanzieren.

Nach vielen Abänderungen der Hütteneinteilung wurde dann bald der günstigste und leistungsstärkste Anbieter einer Blockhütte gefunden und, nachdem auch der Kirchengemeinderat seine Zustimmung erteilt hatte, konnte die Fertighütte Ende Mai 1984 noch bestellt werden.

Die Firma lieferte dann ziemlich schnell Baupläne und Statik aus, und so konnten die gesamten Pläne bereits am 19. Juli 1984 zur Genehmigung eingereicht werden.

Nach den Sommerferien 1984 konnten wir mit einer mündlichen Vorabgenehmigung mit dem Graben der Streifenfundamente anfangen. Den „Roten Punkt“ bekamen wir dann am 10. Oktober 1984 und ab jetzt ging es mit Hochdruck an betonieren.

Mitgetragen von den Gebeten vieler in unserer Gemeinde und den Mithilfeapellen der Verantwortlichen Wolfgang Dornbusch, Dieter Gerlach, Gerhard Keck und Uli Reyle bei allen Zusammenkünften der Jugendgruppen, konnte so samstags und verschiedentlich auch noch Mittwochabends, vom 8. Sept. bis 8. Dezember 1984 das Fundament erstellt werden.

Am 3. Dez. 1984 wurde dann das Fertighaus in Einzelelementen angeliefert und innerhalb einer Woche komplett erstellt. Am Samstag, 22. Dez. 1984, also für uns ein Weihnachtsgeschenk, konnten wir bereits Richtfest feiern.

 

Besonders dankbar sind wir für das einmalige Bauwetter in diesen 3 Monaten. Es konnte immer schön gegraben, verschalt und betoniert werden ohne wesentlich durch Regen gestört zu werden.

Die Hütte stand, sie konnte abgeschlossen werden und -- prompt brach die große Kälte herein, also konnten wir nichts mehr weiter unternehmen.

Für den 16. Febr. 1985 war dann unser 1. Westerfeldsamstag nach der Kälte angesetzt. Es begann der Innenausbau mit den vielen Kleinigkeiten und Schwierigkeiten. Erst hier zeigt sich, wie meistens der Fall, dass doch zu knapp kalkuliert worden war – von der Zeit her und auch vom Geld.

Es musste wieder viel in Eigenarbeit gemacht werden und so waren einige wieder Samstag für Samstag in der Hütte am werkeln. Es waren ca. 25 - 30 Helfer, die aktiv am Bau beteiligt waren. In ca. 2000 Arbeitsstunden haben sie diesen Bau verwirklicht.

Gut zusammengearbeitet haben wir in dieser Zeit mit den Mitarbeitern der Verwaltungsstelle des Oberkirchenrats, dem Bürgermeisteramt und der Ortsbaubehörde und natürlich nicht zu vergessen, unseren Kirchengemeinderat, der Dieter Gerlach vertrauensvoll die Bauleitung überlies und der unseren Bauwünschen jeweils einstimmig zustimmte.

Die komplette Bausumme beläuft sich auf ca. DM 97.000, nach unsere heutigen Währungseinheit sind das 49.595,31 €, welche im Wesentlichen aus den Einnahmen der Tennisspielgruppe bis im Jahr 1991 finanziert wird.

Durch den Einbau einer kleinen Küche können wir nun seit dem Jahre 1985 von Anfang Mai bis Ende September jeden Sonntag Kaffee und Kuchen, Brötchen, Gegrilltes und Getränke anbieten für die ganze Gemeinde.

Von dieser Möglichkeit wird reger Gebrauch gemacht. Das Westerfeld ist „Der Treffpunkt“ für Jung und Alt, für Familien mit Kindern, Radfahrer, Spaziergänger usw. am Sonntagnachmittag -- sei es zum Gespräch, Singen oder nur einfach zum Spielen.

Selbstverständlich dient das Gelände in den Sommermonaten auch unseren vielen Gruppen und Kreisen als beliebter Treffpunkt für die Gruppenstunden.

Außerdem werden regelmäßig ein Fußball- und ein Indiacaturnier auf Bezirksebene ausgetragen.

Weil mit den Jahren der Bewirtschaftung auch immer mehr Gerätschaften, Hacken, Schaufeln, Besen, Schubkarren und auch Rasenmäher nötig waren, mussten wir nach einer Unterstellmöglichkeit Suchen. Dies wurde dann endlich im Frühjahr 1997 verwirklicht, in dem wir an einer geeigneten Stelle auf dem Gelände eine Fertiggarage erstellen. Hier können wir jetzt all Materialien und Wer4kzeuge die so benötigt werde unterbringen.

Bisher mangelte es immer mal mehr oder weniger an den Energien Strom u. Wasser, die doch wichtig für uns sind. Diesen Wunsch konnten wir uns im Herbst 2001 erfüllen. Es wurden Wasserleitungen und Stromkabel verlegt vom Ortsende bis zum Westerfeld-Hüttle.

Die Bewirtschaftung erfolgt nunmehr jetzt seit 20 Jahren durch freiwillige Mitglieder aus der Kirchengemeinde. Die Kuchen werden alle gespendet.